Die KulturGilde bewertet die gestern im Bayerischen Kabinett vorgestellte Raumfahrtstrategie und den Start des Satellitennetzwerks „CuBy" als wichtigen Impuls für den Innovationsstandort Bayern. Entscheidend sei nun, die angekündigten Satellitendaten in konkrete Anwendungen für Kommunen, Unternehmen, Verwaltung, Bildung und Katastrophenschutz zu übersetzen.
Nach Angaben der Staatsregierung sollen bayerische Kleinsatelliten künftig regelmäßig multispektrale Aufnahmen von Teilgebieten Bayerns liefern. Als Einsatzfelder werden unter anderem Waldmonitoring, Landwirtschaft, Katastrophenschutz, Umweltschutz und Kartographie genannt. Aus Sicht der KulturGilde zeigt diese Bandbreite, dass Raumfahrtpolitik nicht allein als Hochtechnologiepolitik verstanden werden dürfe.
„Satellitendaten müssen verständlich aufbereitet werden: in gute Karten, interaktive Modelle, Trainingsszenarien, Lagebilder und Kommunikationsformate. Dafür braucht es neben Forschung und Industrie auch Designerinnen, Entwickler, Medienproduzentinnen, Game-Designer, Visualisierungsexperten, Museen, Bildungsträger und Kreativunternehmen."
Die KulturGilde regt an, im Umfeld der Raumfahrtstrategie gezielt auch die kreative Anwendungsebene einzubeziehen. Förderprogramme, Innovationsplattformen und Transferformate sollten kleine und mittlere Unternehmen der Kultur- und Kreativwirtschaft frühzeitig berücksichtigen. Dies gelte besonders für Erdbeobachtung, digitale Zwillinge, KI-gestützte Auswertung, sicherheitsrelevante Simulationen und kommunale Lagebilder.
Als mögliche Folge der neuen Strategie schlägt die KulturGilde ein offenes Kreativnetz für Raumfahrt, Technik und Anwendung vor. Es könnte Akteure aus Raumfahrt, Sensorik, Geodaten, KI, Simulation und Games, Verwaltung, Bildung, Museen und Kreativwirtschaft verbinden. Ziel sei keine neue Institution, sondern eine praktische Vernetzungsebene für Anwendungen.
Die KulturGilde verfügt über Erfahrung im Aufbau von Kreativnetzen an Schnittstellen unterschiedlicher Branchen und kann die Koordination eines solchen Netzwerks unterstützen.
„Wer Raumfahrt als Standortstrategie ernst nimmt, muss auch fragen, wer die Anwendungen entwickelt, erklärt und in die Praxis bringt. Wir bieten an, Akteure aus Technik, Forschung, Kreativwirtschaft, Bildung, Verwaltung und öffentlicher Anwendung zusammenzubringen. Nicht als Selbstzweck, sondern damit aus Daten Werkzeuge werden."
„Die Satelliten sind im All. Die entscheidende Frage ist jetzt: Was machen wir auf der Erde daraus? Wenn Bayern hier klug handelt, kann aus Raumfahrt ein breites Innovationsfeld für Mittelstand, Kreativwirtschaft, Bildung und öffentliche Daseinsvorsorge werden."
Ausführliche Position
Die vollständige Position der KulturGilde zur Einbindung der Kultur- und Kreativwirtschaft in die Raumfahrtstrategie
Mit Forderungen, Anwendungsfeldern und dem Angebot der KulturGilde zur Vernetzung der Akteure.
Über die KulturGilde
Die KulturGilde ist ein Verband der Kultur- und Kreativwirtschaft. Sie vertritt die Interessen von Kreativen, Kulturschaffenden, Freiberufler:innen, Solo-Selbstständigen, kleinen Unternehmen und Netzwerken der Branche. Ziel der KulturGilde ist es, die Kultur- und Kreativwirtschaft als wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und politischen Faktor sichtbar zu machen und bessere Rahmenbedingungen für kreative Arbeit, Innovation und Selbstständigkeit zu erreichen.
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